Gärkorb - Wichtiger Helfer oder eher Spielerei

Ein Gärkorb soll uns helfen, unsere Brote schöner, krosser und insgesamt besser zu machen.
Hält ein Gärkorb aber was er verspricht?

Gärkorb

Als ich vor einiger Zeit mit dem Backen angefangen habe, war das Einzige was ich dazu hatte ein Rezept und eine Kastenform. Teig zusammengemischt, Gehen lassen und in die Kastenform. Da das erste Rezept dazu noch ein No-Knead-Bread war, musste ich nicht einmal kneten. Durch die Kastenform war es auch nicht so schlimm, dass die Teigkonsistenz eher ein wenig zu klebrig war. Ergebnis war super. Also habe ich dieses Brot immer wieder gebacken. Das erste kleine Teilziel war erreicht. Ich war nicht auf die Ware beim Bäcker angewiesen und wusste was ich da esse.

Im gleichen Kochbuch war ein Rezept für ein Ciabatta. Zwar auch ein No-Knead-Bread, aber hier ohne Form gebacken. Hier hatte ich nun das erste Mal das Problem, dass mir der Teig zu breit lief. Geschmacklich war das Brot auch super, aber eher fladenartig. War ja aber eigentlich egal. War ja nur für mich und meinen Mann.

Als ich dann meiner Mutter ein Ciabatta mitbrachte, bekam ich zum nächsten Geburtstag einen ovalen Gärkorb aus Peddigrohr geschenkt.

Dann habe ich mich ein bisschen schlau gemacht.

Einen Gärkorb gibt es meistens aus Peddigrohr, Holzschliff, Silikon oder Kunststoff. Außerdem kann man Gärkörbe in rund, oval, viereckig und dreieckig kaufen. Je nach Material gibt es später verschiedene Muster auf der Oberfläche der Brote. Es gibt sogar welche mit Reliefs.

Man benutzt ihn bei freigeschobenen Broten, also bei Broten ohne Backform. Freigeschobene Brote haben einen größeren Krustenanteil und somit mehr Röstaromen. Beim Auskühlen ziehen diese in das Brotinnere und somit schmeckt auch die Krume würziger.

Dazu legt man den Teig zum Gehen in einen bemehlten Gärkorb. Dieser soll mehrere Zwecke erfüllen. Er stützt das Brot, sodass es beim Gehen die Form behält. Außerdem schützt es den Teig vor Austrocknung und sorgt noch, wie oben erwähnt, für ein schönes Muster auf der Oberfläche. Streut man Körner oder Flocken vor dem Brot hinein, haften sie dann später an der Oberfläche. Nach dem Stürzen auf ein Backblech kann man das Brot je nach Wunsch noch einschneiden.

Reinigen tut man sie, indem man sie austrocknen lässt und dann gut ausklopft.

Der Gärkorb darf aber auf keinen Fall zum Backen im Ofen verwendet werden.

Sonnenblumenbrot

Mein Fazit

Man muss sich grundsätzlich entscheiden, ob man Brote mit oder ohne Backform backt. Freigeschobene Brote haben, wenn alles klappt, ein tolles Aussehen und viel Kruste. Allerdings muss man bei diesen Teigen mehr auf die Konsistenz achten, als bei Broten in Backformen.

Entscheidet man sich für freigeschobene Brote, ist ein Gärkorb meiner Meinung nach ein wichtiges Utensil. Man kann so das Brot direkt nach dem Gehen auf ein Backblech stürzen und es hat seine Form. Ich habe gemerkt, dass es wichtig ist, das Brot vor dem Gärkorb gut durchzukneten und die Oberfläche durch immer wieder ziehen und falten straff zu formen. Sonst läuft es später im Ofen doch wieder zu breit. Der geschmackliche Unterschied ist jedoch nicht so groß, wie ich ursprünglich dachte.

Backt man seine Brote in Backformen aus ofenfesten Materialien wie z.B. Steingut bei No-Knead-Breads kann man sich den Gärkorb sparen, da die Teige durch die Backform gestützt werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *