Wichtiger Helfer oder eher Spielerei

Gärkorb - Brauche ich das zum Backen?

Wozu brauche ich eigentlich einen Gärkorb beim Backen von Broten? Gärkörbe findet man nicht nur in der Bäckerei. Auch als Hobbybäcker macht ein solcher Gärkorb durchaus Sinn.

Aber wozu brauche ich so einen? Ist das Material egal oder muss ich dabei auf etwas achten? Diese und andere Fragen habe ich mir gestellt, als ich mit dem Backen angefangen habe. Ein Gärkorb soll uns helfen, unsere Brote schöner, krosser und insgesamt besser zu machen.
Hält ein Gärkorb aber was er verspricht? Diese und andere Fragen versuche ich in deisem Artikel für euch zu beantworten.

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Als ich vor einiger Zeit mit dem Backen angefangen habe, war das Einzige was ich dazu hatte ein Rezept und eine Kastenform. Teig zusammengemischt, Gehen lassen und in die Kastenform. Da das erste Rezept dazu noch ein No-Knead-Bread war, musste ich nicht einmal kneten. Durch die Kastenform war es auch nicht so schlimm, dass die Teigkonsistenz eher ein wenig zu klebrig war. Ergebnis war super. Also habe ich dieses Brot immer wieder gebacken. Das erste kleine Teilziel war erreicht. Ich war nicht auf die Ware beim Bäcker angewiesen und wusste was ich da esse.

Im gleichen Kochbuch war ein Rezept für ein Ciabatta. Zwar auch ein No-Knead-Bread, aber hier ohne Form gebacken. Hier hatte ich nun das erste Mal das Problem, dass mir der Teig zu breit lief. Geschmacklich war das Brot auch super, aber eher fladenartig. War ja aber eigentlich egal. War ja nur für mich und meinen Mann.

Als ich dann meiner Mutter ein Ciabatta mitbrachte, bekam ich zum nächsten Geburtstag einen ovalen Gärkorb aus Peddigrohr geschenkt.

Dann habe ich mich ein bisschen schlau gemacht.

Einen Gärkorb gibt es meistens aus Peddigrohr, Holzschliff, Silikon oder Kunststoff. Außerdem kann man Gärkörbe in rund, oval, viereckig und dreieckig kaufen. Je nach Material gibt es später verschiedene Muster auf der Oberfläche der Brote. Es gibt sogar welche mit Reliefs.

Man benutzt ihn bei freigeschobenen Broten, also bei Broten ohne Backform. Freigeschobene Brote haben einen größeren Krustenanteil und somit mehr Röstaromen. Beim Auskühlen ziehen diese in das Brotinnere und somit schmeckt auch die Krume würziger.

Dazu legt man den Teig zum Gehen in einen bemehlten Gärkorb. Dieser soll mehrere Zwecke erfüllen. Er stützt das Brot, sodass es beim Gehen die Form behält. Außerdem schützt es den Teig vor Austrocknung und sorgt noch, wie oben erwähnt, für ein schönes Muster auf der Oberfläche. Streut man Körner oder Flocken vor dem Brot hinein, haften sie dann später an der Oberfläche. Nach dem Stürzen auf ein Backblech kann man das Brot je nach Wunsch noch einschneiden.

Reinigen tut man sie, indem man sie austrocknen lässt und dann gut ausklopft.

Der Gärkorb darf aber auf keinen Fall zum Backen im Ofen verwendet werden.

Nutze ein Gärkörbchen

Gärkörbchen bekommst du im Haushaltswarengeschäft zwischen 15 und 30 Euro. Ich bevorzuge Gärkörbchen aus Peddigrohr. Für viele Gärkörbchen gibt es passende Leinentücher, ein normales Geschirrtuch tut es aber als Einlage auch. Der einzige Nachteil ist, dass das Muster des Gärkörbchens dann auf dem Brot dann nicht mehr sichtbar ist.

Für den Einstieg empfehle ich dir ein günstiges Gärkörbchen wie das hier von amazon. Das erfüllt seinen Zweck auch voll und ganz.

Eine Länge von rund 30cm ist dabei ideal, weil du damit recht flexibel in der Teigmenge bist.

Teig im Gärkorb
Gärkorb

Fazit

Man muss sich grundsätzlich entscheiden, ob man Brote mit oder ohne Backform backt. Freigeschobene Brote haben, wenn alles klappt, ein tolles Aussehen und viel Kruste. Allerdings muss man bei diesen Teigen mehr auf die Konsistenz achten, als bei Broten in Backformen.

Entscheidet man sich für freigeschobene Brote, ist ein Gärkorb meiner Meinung nach ein wichtiges Utensil. Man kann so das Brot direkt nach dem Gehen auf ein Backblech stürzen und es hat seine Form. Ich habe gemerkt, dass es wichtig ist, das Brot vor dem Gärkorb gut durchzukneten und die Oberfläche durch immer wieder ziehen und falten straff zu formen. Sonst läuft es später im Ofen doch wieder zu breit. Der geschmackliche Unterschied ist jedoch nicht so groß, wie ich ursprünglich dachte.

Backt man seine Brote in Kastenformen, kann man auf einen Gärkorb verzichten, da der Teig für die zweite Gehzeit schon in die Kastenform gegeben wird.

Eure Anja

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4 Kommentare auf “Gärkorb – Wichtiger Helfer oder eher Spielerei

  1. Liebe Anja, lieber Oliver,
    gerade habe ich Euren Back – Blogg entdeckt, als ich nach Infos zu Gärkörben gesucht habe. Eure Ausführungen haben mir sehr geholfen!
    Ich werde demnächst auf Eurer Seite stöbern.
    Viele Dank!
    Armin

    1. Hallo Heike,
      entschuldige, die verspätete Antwort. Vielen Dank für deinen Kommentar. Mit dem Backen im Römertopf habe ich leider nicht so viel Erfahrung. Generell ist es aber so, dass ein Topf so richtig mit hoher Temperatur im Ofen mit aufgeheizt wird, bevor das Brot reinkommt. Ich würde also den Teig nicht im Römertopf gehen lassen.
      Viel Spaß beim Weiterbacken
      Grüße
      Anja

    2. Hallo Heike,
      ich backe mein Brot eigentlich nur im Römertopf. Dadurch, dass er ja vor dem Backen gewässert werden muss (damit er nicht springt), lasse ich mein Brot immer in einer ähnlich großen Schüssel gehen. Diese habe ich vorher mit Backpapier ausgelegt, so dass ich das Papier inklusive Teig nach dem Gehen einfach in den gewässerten Römertopf heben kann.
      Vielleicht hilft dir die etwas verspätete Antwort.
      P.S. den Römertopf nie in den vorgeheizten Ofen geben, sondern immer in den kalten Ofen stellen und mit aufheizen lassen. Ich verlängere dann die Backzeit des Brotes häufig ein wenig. Hat bis jetzt immer super funktioniert 🙂
      LG, Lilli

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